Vom Kloß im Hals bis zur Laus, die einem über die Leber läuft

Es steckt viel Weisheit in alten Redensarten, die Beschwerden, mit denen sich die Gastroenterologie beschäftigt, sinnfällig machen. Kein Wunder, wenn auch heute weit über die Hälfte aller Menschen bei ihrem Arzt über Schwierigkeiten mit dem Magen-Darm-Trakt berichtet.

Die Gastroenterologie befasst sich mit Erkrankungen, die alle Bereiche von der Mundhöhle über Magen und Darm bis zum After betreffen können. Auch Veränderungen von Leber, Bauchspeicheldrüse und Milz gehören in dieses Fachgebiet sowie alle Störungen der Verdauung – schließlich vollzieht sich ein komplizierter und auf ganz verschiedenen Ebenen störanfälliger Prozess, bis aus der Semmel, die wir essen, Stuhlgang geworden ist, den wir wieder ausscheiden.

Ob man unter Bauchweh, Übelkeit oder Durchfall leidet, ob sich die Haut gelb verfärbt oder es am After brennt – Gastroenterologen finden heraus, welche der vielen denkbaren Erkrankungen die Ursache sein könnte und welche Behandlung notwendig ist. Dazu versuchen sie, durch gezielte Fragen die wahrscheinlichsten Gründe für die Beschwerden herauszufiltern, mithilfe spezieller Untersuchungen die Ursache herauszufinden und dann das Problem so schonend wie möglich zu beheben.

Laboruntersuchungen entschlüsseln Lebererkrankungen. Beim Ultraschall finden sich oft Gallensteine als Ursache von krampfartigen Schmerzen unter dem rechten Rippenbogen. Die Magenspiegelung ist unerlässlich, wenn ein Patient über neu aufgetretenes Sodbrennen klagt, um ein Geschwür oder gar Schlimmeres wie einen Tumor zu entdecken. Eine Darmspiegelung erlaubt es, Darmkrebs rechtzeitig zu erkennen. Das Risiko, im Laufe des Lebens daran zu erkranken, liegt bei fünf bis sieben Prozent, und nur eine Darmspiegelung kann dieses Risiko um 90 Prozent senken.